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1. Akt

Im Hause des wohlhabenden Industriellen Albert Oberholzer steht ein grossen Fest an: Das Familienoberhaupt feiert seinen fünfzigsten Geburtstag und lädt die Verwandtschaft zum viel gerühmten Hechtschmaus ein. Ehefrau Karline und Tochter Anna sind mit den letzten Vorbereitungen fürs Bankett beschäftigt. Köchin Kati bringt die Torte ("Lied der Köchin"), Gärtner Robert, der heimlich, aber doch nicht ganz unbemerkt mit Anna verbandelt ist, die Blumen. Auch das von Anna eigens komponierte Geburtstagsständchen will nochmals geübt sein. Doch die Hauptprobe wird ständig unterbrochen, denn nach und nach treffen die Gäste ein. Das sind zunächst die Brüder des Jubilars mit ihren Gemahlinnen, namentlich Fritz, der als Überraschung mit einem Feuerwerk im Gepäck aufwartet, sowie der ewigkranke Gustav und der noble Bankier Heinrich. Damit ist die Runde komplett. Nach den artigen Glückwünschen wird getafelt und das Ständchen soll endlich zu Ende gesungen werden. Da platzt zum Entsetzen aller das "Enfant terrible" der Familie, Oberholzers unerwünschter Bruder, Zirkusdirektor Alexander, genannt Obolski, herein. Er ist in Begleitung seiner Frau, der charmanten Artistin Iduna. Diese erobert im Nu die Herzen der männlichen Familienmitglieder ("Das Lied vom Pony") und sie tut das ganz zum Missfallen der weiblichen Gäste. Obolski erzählt von seinen Abenteuern und Iduna gerät in melancholisches Schwärmen, wenn sie von ihrem Vater, einem berühmten Clown, spricht ("O mein Papa"). Nesthäkchen Anna ist fasziniert vom aufregenden Zirkustreiben, die standesbewusste Verwandtschaft hingegen vor den Kopf gestossen. Im Trubel zündet das Feuerwerk. Grosses Geschrei!

 

2. Akt

Anna träumt vom schillernden Treiben in der Manege und lässt sich auch von Gärtner Robert nicht umstimmen. Einzig bei Obolski findet sie Verständnis, der ihr die Vorzüge des Artistenlebens vor Augen führt. Dabei verwandelt sich die häusliche Szenerie in einen Zirkus. Auf einmal werden aus den schrulligen Onkeln tollpatschige Clowns, aus den keifenden Tanten fauchende Raubkatzen. Dann tritt Köchin Kati als Seiltänzerin auf und Iduna mit ihrem Pony. Und in der Kuppel schaukelt Anna auf dem Trapez. Doch die Imagination währt nur kurz. Bald wird das Geschehen von der Realität wieder eingeholt, denn Robert will seine Liebste nicht einfach so mit Obolskis Zirkustruppe ziehen lassen. Noch ist Anna hin und her gerissen.


3. Akt

Die Geburtstagsfeier im Hause Oberholzer nimmt ihren Fortgang. Iduna gesteht Anna, dass der Scheinwerferglanz auch seine Schattenseiten berge, die Liaison mit Lebemann Obolski gar nicht einfach sei und sie sich von ihm durchaus etwas mehr Beständigkeit wünsche ("Er ist mein Mann"). Nach wie vor wird die Zirkusprinzessin von den anwesenden Herren umgarnt, was die sitzengelassenen Damen mittlerweile sehr erzürnt. Es kommt zum Tumult. Die beiden Artisten erkennen die verfahrene Situation: Künstler- und Bürgertum seien zwei Welten, die nie zusammenkommen werden, meint Obolski und verabschiedet sich mit Iduna ("Unser Gastspiel ist zu Ende"). Anna zögert, ihnen zu folgen, und entscheidet sich schliesslich gegen das Zirkusleben. Dafür hat der angeheiterte Onkel Gustav genug von seiner Rolle als ewiger Pantoffelheld und eilt den beiden Künstlern nach. Verärgert und in aller Hast bricht die Verwandtschaft auf. Dann endlich legt sich die Aufregung. Kati kommt aus der Küche mit dem im Ofen längst verbrannten, ganz schwarz gewordenen Fisch und der Hausherr erteilt seiner Tochter den Segen zur Verlobung mit Robert. Alle erheben die Gläser und stossen auf das junge Glück an.

 

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