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Komponist

Fred Raymond

Am 20. April 1900 wurde Fred Raymond, mit bürgerlichem Namen Friedrich Vesely, in Wien geboren. Nach dem Willen seiner beiden aus Böhmen stammenden Eltern sollte der Sohn nach dem Gymnasium eine Beamtenkarriere anstreben. Nach dem frühen Tod von Vater und Mutter im Jahr 1915 brach er sein Studium ab und begann eine Banklehre. In der Freizeit widmete er sich nun vermehrt der Musik, seiner grossen Leidenschaft. Die musikalischen Grundkenntnisse aus der Kindheit vertiefte er durch den Besuch des Unterrichts im Klavierspiel und der Harmonielehre am Wiener Konservatorium. Als Chansonnier am Flügel trat er ähnlich wie Ralph Benatzky mit eigenen Liedern in Kabaretts auf. Der Textdichter Fritz Grünbaum entdeckte den begabten jungen Künstler und förderte ihn. Dieser revanchierte sich 1924 mit einer kleinen Revue, in die er seinen ersten Schlager „Ich hab’ das Fräul’n Helen baden sehn“, nach einem Text seines Förderers, einbrachte.

Zu den grössten Erfolgen dieser Zeit, die er fortan unter seinem Künstlernamen Fred Raymond veröffentlichte, gehörte der  Welthit „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“. Leider hatte er das Lied für nur 300 Mark dem Bohème-Verlag abgetreten und war damit am finanziellen Gewinn nicht beteiligt. Das schmerzte den ehemaligen Banker sehr, worauf er um diesen Schlager ein ganzes Singspiel schrieb. Die Rechnung ging diesmal auf, nicht nur für ihn und die beiden Librettisten Beda und Neubach, sondern auch für die Wiener Volksoper, an der die gleichnamige Operette 1927 herauskam und mit über siebenhundert Vorstellungen zum Kassenschlager wurde.

Von hier aus gelangte die erste Raymond-Operette an nahezu alle europäischen Bühnen und bis nach Amerika. Gleichzeitig hatte er damit die für sein Schaffen ideale Form gefunden: die Revue-Operette. Sie ist eine Bilderfolge, die ihren nachhaltigen Reiz aus der Attraktivität der oft exotischen Schauplätze, einer vom Ballett getragenen Handlung und zugkräftigen Musiknummern gewinnt. Zahlreiche dieser Melodien fanden, losgelöst vom Gesamtwerk, Aufnahme in den neuen Medien Rundfunk und Film. Das Tangolied „In einer kleinen Konditorei“ wurde auf diese Weise ein Lieblingsschlager der damaligen Zeit und diente als Grundlage eines (noch nachsynchronisierten) Tonfilms.

1928 übersiedelte Raymond nach Berlin, wo er sich ab 1930 auch dem neuen Medium Tonfilm widmete und eine ganze Reihe von Filmmelodien  komponierte. Daneben entstanden in den 1930er Jahren zahlreiche weitere Operetten, deren erfolgreichste 1937 die MASKE IN BLAU war. Für dieses Werk schrieb Fred Raymond gleich sieben Nummern, die alle sofort zu Schlagern und später zu Evergreens wurden. SAISON IN SALZBURG (Salzburger Nockerl) gehört ebenfalls zu den Werken mit grosser Ausstrahlung, die in dieser fruchtbaren Schaffenszeit entstanden.

 

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Der 2. Weltkrieg bedeutete auch für diesen lebensfrohen Menschen einen schmerzlichen Einschnitt. Er wurde eingezogen und sollte eine Durchhalteoperette schreiben, woraus aber nie etwas geworden ist. In dieser Zeit entstand der Schlager „Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei“, den Lale Andersen weltbekannt machte. Als die Menschen darauf reimten: „... selbst Adolf Hitler und seine Partei“ wurde er verboten.

Nach dem Krieg kehrte Raymond vorübergehend in seine Heimat Österreich zurück und arbeitete zunächst als Hauskomponist in Wien und Salzburg beim späteren ORF.

1948 verlegte er sein Domizil nach Hamburg, wo er weitere musikalische Bühnenwerke veröffentlichte, die im Flora Theater und im Deutschen Schauspielhaus uraufgeführt wurden.

1951 zog Fred Raymond nach Überlingen am Bodensee. Im gleichen Jahr brachte das Nationaltheater Mannheim seine letzte Operette GELIEBTE MANUELA heraus. Am 10. Januar 1954 verstarb er unerwartet an Herzversagen.

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